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Escada Turnaround geglückt 21.10.2002
SdK AktionärsNews
Die elegante Mode von Escada (WKN 569210) lasse Frauenherzen höher schlagen, so die Experten von "SdK AktionärsNews".
Für den Börsenkurs der Aktie gelte das im Moment leider nicht. Der Kurssturz an der Börse habe auch vor dem Luxusmodenhersteller nicht haltgemacht - zu Unrecht, wie eine genauere Betrachtung zeige.
Die gesamte Modebranche ächze derzeit unter Kaufzurückhaltung und den Kampfpreisen der Discounter. Die düstere Stimmung spiegele sich auch in den Zahlen des statistischen Bundesamtes wider. So sei der Umsatz der Bekleidungs- und Textilbranche im ersten Halbjahr 2002 um 7,9% im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die meisten Unternehmen hätten schnell reagiert und Arbeitsplätze abgebaut. Im Vergleich zur gesamten Branche seien die Entlassungen bei Escada jedoch moderat gewesen.
Ein Rückgang um 188 Mitarbeiter im Berichtsjahr 2000/2001 auf 4.860 im Juli diesen Jahres entspreche etwa 3,7% und liege damit deutlich unter den 6,3% der Gesamtbranche. Auch im direkten Vergleich zu anderen Werten im Bereich Luxusmode komme der Konzern relativ gut weg. So habe Konkurrent Hugo Boss in diesem Jahr schon zwei mal kurz nacheinander eine Gewinnwarnung herausgeben müssen, die Aktie sei daraufhin stark eingebrochen und habe sich bisher noch nicht wieder richtig erholt.
Im Gegensatz dazu habe Escada recht ordentliche Neun-Monats-Zahlen für das Geschäftsjahr 2001/2002 präsentiert. Das Konzernergebnis nach Steuern liege mit 3,5 Mio. Euro deutlich über dem negativen Ergebnis der ersten drei Quartale des vorangegangen Geschäftsjahres (-0,9 Mio. Euro).Und das, obwohl die allgemeine Konsumflaute die Umsätze mit 571,6 Mio. Euro unter das Vorjahresniveau von 605,7 Mio. Euro gedrückt habe. Ebenfalls solide präsentiere sich der Cashflow, der sich von 22,9 auf 26 Mio. Euro verbessert habe. In Vorrausicht schleppender Verkaufszahlen seien die Waren sehr vorsichtig in die Läden disponiert worden, was wesentlich zur Senkung der Kosten um 41,5 Mio. Euro auf 363,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum beigetragen habe.
Das Kosteneinsparungsprogramm habe aber noch weitere Punkte umfasst: Erhöhung der Profitabilität, Verringerung der Vorräte, Abbau der Finanzschulden (Stand 5. August 2002:305 Mio. Euro ggü. 365 Mio. Euro im Vorjahr) und die Konzentration auf das Kerngeschäft, die Damenbekleidung sowie Accessoires und Lizenzen. Im Zuge dieser Maßnahmen seien bereits die Beauté-Beteiligung an Wella veräußert sowie die defizitäre Kemper-Gruppe entkonsolidiert und in die Finanzbeteiligung Féraud GmbH eingebracht worden. Féraud selbst solle dann schnellstmöglich abgestoßen werden.
Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 18. September sei eine Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien beschlossen worden. Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Ley habe dies als wichtigen Meilenstein bei der konsequenten Ausrichtung auf den Kapitalmarkt bezeichnet. Nach der Neuordnung der Beteiligungen sei die Zeit für einen solchen Schritt reif. Als Folge der Umstellung, die am 16.10.2002 vollzogen worden sei, erhoffe sich die Gesellschaft steigende Kurse und eine höhere Liquidität. Die bessere Handelbarkeit der Aktien solle neue institutionelle Investoren und andere Anlegergruppen erschließen.
Die Gewichtung im MDAX werde steigen und das Unternehmen als einen festen Wert des Index etablieren. Durch die Umstellung sei Firmengründer und Mehrheitsaktionär Wolfgang Ley stark verwässert worden. Vor der Aktienumstellung habe er die Mehrheit des stimmberechtigten Kapitals von etwa 41,4% gehalten, jetzt betrage sein Anteil ca. 22%. Die langfristige Unabhängigkeit des Unternehmens und der Schutz vor einer feindlichen Übernahmen solle durch den Verkauf von 8,5% der eigenen Aktien an einen Finanzinvestor gewährleistet werden. Zusammen mit Ley wäre die faktische Mehrheit auf der Hauptversammlung dann wieder gesichert.
Der Turnaround der Gesellschaft scheine in diesem Geschäftsjahr gelungen zu sein. Vor dem Hintergrund starker Konsumzurückhaltung bei den Kunden und einer schwächelnden Branche könne sich das durchaus sehen lassen. Es scheine verwunderlich, dass die Aktie des Unternehmens auf keine der positiven Nachrichten der letzten Zeit mit einem Kursanstieg reagiert habe. Durch die Turbulenzen der Aktienmärkte in den letzten Monaten habe die Escada-Aktie bisher noch nicht den Wert erreicht, der die positive Unternehmensentwicklung angemessen widerspiegele.
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